Das Saatenbrot ohne Kneten braucht keine Küchenmaschine, keinen Vorteig und keine Gehzeit. Alles kommt in eine Schüssel, wird mit dem Löffel verrührt und wandert in die Kastenform. Der Teig ist absichtlich klebrig, fast gießbar. Genau das macht die Krume später saftig und dicht, so wie man es von einem guten Körnerbrot kennt. Nach einer Stunde im Ofen steht ein Brot auf dem Gitter, das drei Tage frisch bleibt und beim Schneiden nicht bröselt.
Eine Portion vom Saatenbrot ohne Kneten hat 226.64 Kilokalorien und wiegt ca. 81.79g
4.14g Ballaststoffe9.95g Fett23.3g Kohlenhydrate8.9g Protein
Kurz gesagt
Das Rezept: Saatenbrot ohne Kneten ist einfach zuzubereiten. Küche: Deutsch. Die Zubereitungszeit beträgt ca. 80 Minuten.
Ofen vorheizen. Auf 180 Grad Ober- und Unterhitze stellen. Der Teig kommt ohne Gehzeit aus, deshalb muss der Ofen fertig sein, wenn er es ist. Eine Kastenform von 25 bis 30 Zentimetern mit Backpapier auslegen.
Trockenes mischen. Dinkelmehl, Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Backpulver und Salz in einer großen Schüssel1 gründlich vermengen. Das Backpulver wirklich untermischen, bevor Wasser dazukommt. Bleibt es in Nestern liegen, treibt das Brot ungleichmäßig und schmeckt an diesen Stellen seifig.
Wasser und Essig zugeben. Das Wasser lauwarm, nicht heiß. Den Apfelessig direkt hinterher. Er sorgt zusammen mit dem Backpulver für den Trieb und gibt dem Brot die leicht säuerliche Note, die sonst der Sauerteig bringt.
Verrühren, nicht kneten. Mit einem Kochlöffel etwa eine Minute rühren, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Der Teig ist schwer und klebrig, das gehört so. Wer jetzt Mehl nachschüttet, bekommt ein trockenes Brot.
Backen. Den Teig in die Form füllen, die Oberfläche mit einem nassen Löffelrücken glattstreichen und sofort in den Ofen schieben. 60 bis 70 Minuten backen. Die Stäbchenprobe in der Mitte muss sauber herauskommen.
Auskühlen lassen. Das Brot aus der Form heben und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen, mindestens zwei Stunden. Warm angeschnitten wirkt die Krume klitschig, obwohl das Brot durchgebacken ist.
Worauf es bei den Zutaten ankommt
Die Saaten machen den Charakter aus. Sonnenblumenkerne bringen Biss, Kürbiskerne Farbe und ein nussiges Aroma, Leinsamen binden Feuchtigkeit und halten das Brot tagelang saftig. Wer sie durch andere Kerne ersetzt, sollte die Leinsamen drin lassen — ohne sie wird die Krume deutlich trockener.
Beim Mehl ist Dinkel angenehm, weil er mild schmeckt und die Kerne nicht überdeckt. Weizenvollkornmehl geht genauso, Roggen dagegen nur zur Hälfte: Er bindet mehr Wasser, sonst wird das Brot schwer.
Das Backpulver ersetzt hier die Hefe vollständig. Es klingt nach Kompromiss, ist aber der Grund, warum das Rezept in zehn Minuten Arbeit fertig ist. Wer Hefe bevorzugt, nimmt einen halben Würfel und lässt den Teig vor dem Backen 45 Minuten zugedeckt stehen.
Aufbewahren und abwandeln
In ein Küchentuch gewickelt hält das Brot drei Tage. Im Kühlschrank wird es zäh, in einer Plastiktüte weich. Wer länger etwas davon haben will, schneidet es nach dem Auskühlen komplett auf und friert die Scheiben einzeln ein — aufgetoastet schmecken sie wie frisch.
Gehackte Walnüsse, ein Esslöffel Fenchelsamen oder ein Teelöffel Brotgewürz verändern den Charakter, ohne das Verhältnis von Trockenem zu Flüssigem zu stören. Getrocknete Feigen oder Cranberrys machen daraus ein Frühstücksbrot; dann einen Esslöffel Wasser mehr nehmen, weil die Früchte Feuchtigkeit ziehen.
Ein Saatenbrot ohne Kneten eignet sich auch gut zum Verschenken. Es braucht keine Kühlung, übersteht den Transport und schmeckt am zweiten Tag eher besser als am ersten.
Häufige Fragen zum Saatenbrot ohne Kneten
Warum ist mein Brot in der Mitte feucht?
Meist war es zu früh angeschnitten. Die Krume setzt sich erst beim Auskühlen. Wenn die Stäbchenprobe sauber war, hilft schlicht Geduld — zwei Stunden auf dem Gitter sind das Minimum.
Kann ich die Haferflocken weglassen?
Dann 50 Gramm Mehl mehr nehmen. Die Haferflocken saugen Wasser und machen die Krume weich; ohne sie wird das Brot fester und krümeliger.
Geht das Rezept auch glutenfrei?
Nicht eins zu eins. Dinkel enthält Gluten, und ohne Kleber fällt ein Rührbrot in sich zusammen. Mit einer glutenfreien Mehlmischung plus zwei Teelöffeln Flohsamenschalen funktioniert es, wird aber dichter.
Muss der Essig sein?
Ja, wenn Backpulver den Trieb übernimmt. Die Säure setzt das Treibmittel in Gang. Zitronensaft geht genauso, Buttermilch statt eines Teils des Wassers ebenfalls.
Wie viele Scheiben ergibt das Brot?
Etwa zwölf. Die Nährwerte oben beziehen sich auf eine Scheibe, gerechnet auf eine Kastenform von 30 Zentimetern.
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